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Frische Luft für die Lungen

Raucherhusten gilt als Alarmsignal. Wer trotzdem weiterraucht, riskiert schwere Lungenleiden.

Machen wir uns nichts vor: welcher Raucher winkt nicht müde ab, wenn Zigarettenpackungen, Ärzte und Ehepartner warnen, dass die Sucht seiner Gesundheit schadet? Geschenkt! Doch wenn sich allmorgendlich  die verstopften Luftwege vom Schleim der Nacht befreien, könnte das den einen oder anderen schon mal aufhorchen lassen. Zumindest sollte es das. Denn chronischer Raucherhusten ist ein geräuschvoll-grollendes Warnsignal des Körpers. Und der ruft: „Aufhören! Um die Luftkanäle in meiner Lunge steht es schlecht! Mein Atemtrakt ist überlastet!“ Die Gefahr, dass es noch schlimmer kommt, ist zudem groß. Chronische Entzündungen oder gar bleibende Verengungen der Bronchien stehen möglicherweise am Ende der täglichen Zerstörungsarbeit durch das Rauchen. Wer früh genug damit aufgehört hat.

Ex-Raucher Peter Kuchenbecker hat die Chance genutzt. Vor knapp sieben Jahren beschloss der Berliner, seine letzte Zigarette anzuzünden. Bis heute blieb es seine letzte. „Es war nicht nur der Gestank in der Wohnung, der vor allem meine Frau störte“, berichtet der 73-Jährige. „Wenn ich morgens aufgestanden bin, musste ich erst mal loshusten. Das war wie ein Ritual. Das bin ich jetzt los.“

Kehrarbeit in den Bronchien

Dass die Lunge sich ausgerechnet am Morgen so geräuschvoll meldet, liegt an den nächtlichen Aufräumarbeiten, die sie in der rauchfreien  Phase verstärkt vornimmt. „Ein Raucherhusten ist das Ergebnis dieser Müllabfuhr“, erklärt Dr. Michael Barczok, Pneumologe aus Ulm. „Der Körper transportiert damit die angesammelten Schadstoffe nach draußen.“ Am Tag jedoch, wenn der Rauch erneut die Luft vernebelt, wird der nützliche Kehrdienst teilweise außer Kraft gesetzt.

Normalerweise produzieren die Bronchien einen Schleim, den Tausende von Flimmerhärchen nach oben befördern und der mit dem Speichel verschluckt wird. Das geschieht unmerklich und zum Schutz vor Schmutz und Keimen. Wer jedoch seinen Schleimhäuten unablässig heißen Teer und anderes Gift zumutet, killt die winzigen Transportmittel, erklärt Barczok: „Die Flimmerhärchen nehmen Schaden, der Schleimtransport ist massiv gestört.“

Höchste Zeit, hellhörig zu werden und sich zu trauen, beim Arzt vorbeizuschauen – auch wenn er mit Sicherheit das unbequeme Thema „Rauchausstieg“ anschneidet. „Wir klären zunächst, was genau hinter dem Husten steckt“, versichert Dr. Thomas Hering, Lungenarzt aus Berlin und stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes der Pneumologen. „Am besten für den Patienten wäre es, wenn man den Husten noch im Stadium einer Bronchitis erwischt – also ohne weitere Einbußen der Lunge.“ Ein optimaler Zeitpunkt, mit dem Laster aufzuhören: „Sobald Sie das Rauchen lassen, können sich auch die Flimmerhärchen wieder erholen“, verspricht der Lungenexperte.

Warnzeichen ernst nehmen

Ein Argument, das bei vielen Rauchern wenig zieht. Nach dem Motto „Ich rauche, also huste ich“ möchten die meisten das morgendliche Warnzeichen als Bagatelle abtun. „Leider kommen viele Patienten erst in die Lungenarztpraxis, wenn ihr Husten gar nicht mehr aufhören will, wenn es beim Atmen pfeift oder sogar kleinste Anstrengungen von Atemnot begleitet werden“, bedauert Michael Barczok. Ein Zeitpunkt also, an dem so mancher Lungenschaden nicht mehr rückgängig zu machen ist.

„Es kann zwar sein, dass es ein Leben lang bei der chronischen Bronchitis bleibt“, räumt Barczok ein. „Doch ob sich aus der Dauerentzündung noch Schlimmeres entwickelt, hängt nicht nur von den Erbanlagen, sondern auch von der Dauer des Rauchens und vom Ausmaß der Zerstörungen ab.“

Bei bis zur Hälfte aller Raucher entwickelt sich aus der chronischen Bronchitis eine chronisch obstruktive Form, abgekürzt COPD – jene unheilbare und fortschreitende Krankheit, die in neun von zehn Fällen auf starkes langjähriges rauchen zurückgeht. Dabei sind die Atemwege nicht nur kurzzeitig verengt, sondern dauerhaft. Später bläht sich die Lunge auf. Ein solcher Schaden, der den Menschen den Atem nimmt und oft eine Sauerstofftherapie erfordert, ist nicht mehr rückgängig zu machen.

Aufhören, aufhören, aufhören

„Die Lunge vergisst leider keine einzige Zigarette“, bedauert Barczok. „Trotzdem, das Rad lässt sich zwar auch bei einer Bronchitis nicht mehr ganz zurückdrehen, aber den Verfall der Lunge können Sie zumindest abbremsen.“

Lungenexperten sind sich deshalb einig: Ob chronischer Husten oder bereits schwere Lungenerkrankung – die Konsequenz muss bei allen Patienten gleich sein: Sie müssen das Rauchen lassen! Etwas anderes gibt es nicht!“ Bronchienerweiternde Sprays oder Kortison zu inhalieren und gleichzeitig weiter zu Rauchen – das bringt wenig.

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                     gesunde Lunge                                           Raucher Lunge


Quelle: Apotheken Ratgeber Mai 2016

So erholt sich der Körper eines Ex-Rauchers

 

siegel coach

 

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