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Selbsthypnose – was ist das, wie geht das und was kann ich damit erreichen?

Eine Hypnose ist eine Art künstlich erzeugter Schlafzustand, bei dem das Bewusstsein beeinflusst werden kann. Bei einem tief entspannten Wachzustand wird von einer hypnotischen Trance gesprochen, bei der die Aufmerksamkeit eingeschränkt und gezielt auf einzelne Inhalte ausgerichtet werden kann.

Hypnose wird u.a. auch in der Medizin angewandt; beispielsweise bei Angstzuständen oder Schmerzen beim Zahnarzt. In diesem Fall wird von einer Hypnosedation oder Hypnosedierung gesprochen. Was all diese Hypnosearten jedoch gemeinsam haben ist die Veranlassung und Durchführung der Hypnose durch einen Hypnotiseur. Der Hypnotiseur wirkt auf den Hypnotisand ein, wie eine hypnotisierte Person auch genannt wird.

DIY-Therapie

Bei einer Selbsthypnose sind jedoch Hypnotiseur und Hypnotisand ein und dieselbe Person. Als eigenständiger Hypnosebereich hypnotisiert sich der Anwender ohne die Hilfe von CDs oder anderen Hilfsmitteln sowie Personen selbst.

Häufig dient die Selbsthypnose dem Stressabbau, der Entspannung oder auch der Behandlung von Angstzuständen und anderen psychisch bedingten Problemen. Anwender betrachten die Selbsthypnose häufig als DIY-Therapie und Möglichkeit, sich selbst zu helfen. Ein erfahrener Hypnosetherapeut kann beurteilen, ob eine Selbsthypnose beim anvisierten Ziel erfolgversprechend erscheint, weshalb ein solcher immer vorab zurate gezogen werden sollte.

Unterschiede bei der Selbsthypnose

Bei den verschiedenen Möglichkeiten, sich selbst zu hypnotisieren, wird in der Einleitung, der Trance sowie dem Sinn und Zweck der Selbsthypnose unterschieden. Die verschiedenen Formen der Hypnoseeinleitung lassen individuelle Trancezustände zu, wie etwa eine leichte bis mittlere Entspannungstrance, eine interaktive Erlebnis-Trance oder eine Wachtrance mit geistig-seelischer Beeinflussung.

Die Basis einer Selbsthypnose bildet eine Autosuggestion, also der Prozess der Selbstbeeinflussung. Der Anwender fokussiert sich dabei auf die Vorstellung trancefördernder Bilder oder meditiert. Auch autogenes Training ist eine Form der Selbsthypnose. Eine einheitliche Definition für die Selbsthypnose gibt es also nicht, was im Übrigen auch für deren Durchführungsmöglichkeiten gilt.

Gründe für eine Selbsthypnose

Eine Selbsthypnose kann eigentlich für all das angewendet werden, wofür Hypnosen generell verwendet werden. In der Praxis wird eine Selbsthypnose nur dann schwierig oder unmöglich, wenn in interaktiven Trancen das Erleben und gleichzeitig Lenken bzw. Kontrollieren nicht umgesetzt werden kann, was beispielsweise bei einer Reinkarnationshypnose notwendig ist. Aber auch die Notwendigkeit von besonders tiefen Trancezuständen, die nicht mehr selbst kontrolliert werden können, schließen eine Selbsthypnose aus.

Der Zustand, bei dem ein Anwender im Rahmen der Selbsthypnose die Kontrolle verliert, bedeutet einfach dabei nur, dass er während der Hypnose einschläft und später wieder aufwacht.

Häufig hypnotisieren sich Menschen aus folgenden Gründen selbst:

  • Umgang und Beseitigung von Phobien und Ängsten
  • Stressabbau und Entspannung
  • Steigerung des Selbstbewusstseins
  • Behandlung von Schlafstörungen bzw. Einschlaf-Problemen
  • Drogenentzug
  • Schmerzmanagement
  • Gewichtsreduktion
  • Rauchentwöhnung

Eine Selbsthypnose kann immer individuell auf die eigenen Bedürfnisse angewendet werden.

Selbsthypnose – Übung macht den Meister

Grundsätzlich kann jeder Mensch Selbsthypnose erlernen. Doch auch hier kommt es ein wenig auf das individuelle Talent an. Menschen, die generell nicht an Hypnose „glauben“, benötigen wahrscheinlich etwas mehr Übung, um sich selbst in Hypnose zu versetzen. Andere wiederum benötigen nur wenig Zeit, um die Selbsthypnose wirksam anwenden zu können. Es kommt insbesondere auch auf die Trancefähigkeit an, die bei jedem Menschen anders ausfällt.

Selbsthypnose – Übung macht den Meister

Wer besondere Schwierigkeiten mit der Selbsthypnose hat, kann auf eine Fremdhypnose zurückgreifen und beide Hypnosetechniken kombinieren. Fremdhypnosen können den Einstieg in die Hypnosewelt erleichtern. Wurde ein hypnotischer Trancezustand einmal „erlebt“, findet das Gehirn den Weg bei der Selbsthypnose deutlich leichter und schneller wieder. Erfahrene Hypnotiseure arbeiten zu diesem Zweck gerne mit einem Hypnose-Anker, der allerdings viel Übung, Training  und noch mehr Wiederholungen erfordert. Ein Hypnose-Anker wird von einem Hypnotiseur in Verbindung mit einem Schlüsselreiz gesetzt, um den Probanden wie „auf Knopfdruck“ in Trance versetzen zu können.

Durch einen Selbsthypnose-Anker können dann auch Menschen von der Selbsthypnose profitieren, die sie auf klassischem Lernweg nicht erreichen können. Dieser kann dann auch im Notfall, beispielsweise bei akuten Angst- oder Panikattacken, Heißhunger oder Entzugserscheinungen genutzt werden.

Ein Weg in die Selbsthypnose

Es gibt nicht nur einen Weg in die Selbsthypnose und auch nicht nur eine Anleitung, wie der gewünschte Trancezustand erreicht werden kann.

Ein Weg in die Selbsthypnose

Allerdings hat der nachfolgend beschriebene Weg schon vielen Menschen bei regelmäßigem Training in die Selbsthypnose geholfen:

  • Für die Einleitungsphase muss für ein ungestörtes Umfeld ohne klingelndes Telefon gesorgt werden. Meditative Musik kann die Entspannung unterstützen.
  • Eine bequeme Position im Sitzen oder Liegen wird eingenommen. Menschen, die schnell frieren, decken sich zu.
  • Die Alltagssorgen werden ganz bewusst losgelassen, der Fokus auf sich selbst gelegt.
  • Visualisierungen helfen bei der Einleitung der Selbsthypnose. Hierfür wird bei geschlossenen Augen ein Bild manifestiert, auf dem die Probleme und Sorgen aufgeladen und abtransportiert werden. Dies kann zum Beispiel ein Schiff, eine Wolke oder eine Flaschenpost sein. Der eigenen Fantasie werden dabei keinerlei Grenzen gesetzt.
  • Wurden die Alltagssorgen erfolgreich verabschiedet, wird bewusst – aber zwanglos - tief in den Bauch geatmet. Im Idealfall wird bei der Hypnose die Zwerchfellatmung genutzt, bei dem sich die Bauchdecke automatisch anhebt.
  • Durch die tiefe Atmung setzt ein Gefühl der Entspannung ein. Vertieft wird dies durch eine Visualisierung, dass eine fantasievoll „eingefärbte“ Entspannung bewusst eingeatmet wird und den ganzen Körper flutet. Hilfreich sind auch gedanklich-formelhafte Suggestionen wie „Mit jedem Atemzug entspanne ich mich mehr“, um langsam in einen Trancezustand abzugleiten.
  • Was für das Einatmen gilt, gilt auch für das Ausatmen: Bei jedem Ausatmen werden visuell und suggestiv Verspannungen aus dem Körper gelöst. Die Konzentration liegt auf das Einatmen von Entspannung und Ausatmen von Verspannung.
  • Gedankliche Bildgeschichten ermöglichen tiefere Trancezustände. Häufig wird sich dabei ein wunderschön eingerichteter Raum vorgestellt, der über eine Treppe betreten wird, um sich noch wohler zu fühlen. Die Stimmung des visuellen Bildes ist harmonisch, friedvoll, glücklich und magisch. Hintergrund dieser inneren Vorstellung ist, noch tiefer in sein eigenes Unterbewusstsein abzutauchen. Auf dieser „Bilderreise“ soll ein Zustand herbeigeführt werden, der einen Eingriff in das eigene Unterbewusstsein ermöglicht.
  • Unter Einfluss dieser Tiefenentspannung lassen sich jetzt beispielsweise Stressblockaden lösen oder Angstzustände mildern und abstellen. In der Trance lassen sich Bilder und Emotionen erzeugen, die das Unterbewusstsein abspeichert und später in der Realität wieder erkennt.
  • Zur Rücknahme der Selbsthypnose werden erneut Bilder und Suggestionen genutzt. Häufig hilft das Zählen mit dem Vorsatz, bei der gewählten Zahl hellwach, ausgeruht und glücklich aufzuwachen.
  • Erst nach dem Aufwachen aus der Hypnose werden die Augen wieder geöffnet. Im Idealfall wird noch einige Minuten geruht, um langsam aus der Trancetiefe zu gleiten.

Nach einer erfolgreichen Selbsthypnose fühlt man sich nicht „hypnotisiert“, sondern frisch und entspannt. Die angestrebte, leichte bis mittlere Trancetiefe kann nur mit viel Übung in der Selbsthypnose erreicht werden, um durch positive Suggestionen während der Hypnose auch den Alltag und die potenziell vorhandenen Probleme beeinflussen zu können.

 

 

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